Wahlanalyse der Bremer Bürgerschaftswahl am 22.05.2011

SPD in Bremen mit Abstand stärkste Kraft - auch die Grünen legen zu, CDU verliert deutlich und die FDP scheitert an der 5%-Hürde

Willy-Brandt-Haus - 23. Mai 2011

Bürgerschaftswahl Bremen 22. Mai 2011

Wahlanalyse - Zusammenfassung

· Die SPD erreicht einen Stimmenanteil von 38,3 Prozent und wird zum 18. Mal in Folge stärkste Partei in Bremen. Sie verbessert ihr Ergebnis gegenüber der Bürgerschaftswahl 2007 um 1,6 Prozentpunkte. Den Abstand zur zweitplatzierten Partei konnte die SPD von 11,1 Prozent-punkten 2007 auf 15,6 Punkte ausbauen.

· Das rot-grüne Lager steigerte seinen Stimmanteil auf 61 Prozent (2007: 53,2) und konnte seinen Vorsprung vor schwarz-gelb von 21,6 Prozentpunkte auf 38,3 Punkte ausbauen.

Wahlausgang

Letzte Hochrechnung
Bürgerschaftswahl Bremen 2011 Infratest dimap Wahlanalyse
Wahlausgang - LETZTE HOCHRECHNUNG VON INFRATEST DIMAP ######

· Die SPD wird mit 38,3 Prozent Stimmenanteil zum 18. Mal stärkste Partei in Bremen. Sie verbessert sich gegenüber 2007 um 1,6 Prozentpunkte.

· Die CDU erzielt 20,1 Prozent der Stimmen und wird erstmals seit 1951 nur drittstärkste Kraft in Bremen. Im Vergleich zur letzten Bürgerschaftswahl verliert sie 5,5 Punkte.

· Die Grünen erzielen mit 22,7 Prozent ihr bislang bestes Bürgerschaftswahlergebnis und das zweitbeste Resultat bei einer Wahl zu einem Landesparlament in Deutschland überhaupt. Erstmals werden die Grünen in Bremen zweitstärkste Partei. Gegenüber 2007 verbessern sie sich um 6,2 Punkte.

· Die Linke verschlechtert sich gegenüber 2007 um 2,6 Punkte und zieht mit einem Stimmenanteil von 5,8 Prozent zum zweiten Mal in Folge in die Bürgerschaft ein.

· Die FDP erzielt nach einem Minus von 3,4 Prozentpunkten einen Stimmenanteil von 2,6 Prozent, der zweitschlechteste Wert für die FDP bei Bürgerschaftswahlen in Bremen.

· Die sonstigen Parteien kommen bei der Bürgerschaftswahl zusammen auf einen Stimmenanteil von 10,5 Prozent (+3,8). Mit Abstand am erfolgreichsten schneidet von ihnen die Gruppierung BIW mit 3,7 Prozent (+2,9) ab. Sie bleibt damit zwar landesweit unter dem 5-Prozentniveau, liegt aber in Bremerhaven über der 5- Prozentmarke und ist damit erneut in der Bürgerschaft vertreten.

Künftige Sitzverteilung in der Bürgerschaft

Bürgerschaftswahl Bremen 2011 Infratest dimap Wahlanalyse
Sitzverteilung - LETZTE HOCHRECHNUNG VON INFRATEST DIMAP ###

· Die 83 Mandate der Bremischen Bürgerschaft verteilen sich künftig wie folgt.

Auf die SPD als der weiterhin stärksten Fraktion entfallen 36 Sitze, 3 mehr als bislang.

Die CDU stellt nach 23 nunmehr 18 Abgeordnete in der neuen Bürgerschaft und bildet künftig nur noch die drittgrößte Fraktion.

Zweitstärkste Kraft im Parlament werden die Grünen mit 22 Abgeordneten (+8).

Die Linke zieht mit 6 Mandatsträgern (-1) erneut mit der viertgrößten Fraktion in die Bürgerschaft ein.

Die FDP ist künftig nicht mehr in der Bürgerschaft vertreten.

· Die Wahlbeteiligung ist in Bremen gegenüber der letzten Bürgerschaftswahl erneut gesunken: 54 Prozent der Wahlberechtigten nahmen an der Abstimmung teil. Gegenüber 2007 verringert sich Wahlbeteiligung um 3,5 Prozentpunkte.

· Wählerwanderung: Die SPD gewinnt im Wähleraustausch über die anderen Parteien hinweg ca. 5.000 Stimmen, vor allem von der CDU (+4.000), von FDP und Linkspartei (je 2.000). Sie verliert leicht Stimmen an die Grünen (2.000). Den Stimmverlusten durch Nichtwähler (-10.000) stehen Stimmgewinne durch die Mobilisierung von Neu-Bremern (+6.000) gegenüber, so dass per Saldo wegen der geringeren Wahlbeteiligung ein leichter Stimmenverlust von 1.000 Stimmen zu Buche schlägt. Die Grünen gewinnen von allen Parteien hinzu (+7.000) und kommen durch ein Plus bei Zugezogenen und Erstwählern insgesamt auf einen Zuwachs von +16.000 Stimmen. Die CDU verliert an alle politischen Wettbewerber, vor allem an die SPD, in der Summe bekommt sie -17.000 Stimmen weniger. Die Linke verliert besonders an SPD und Grüne (je -2.000) und bekommt insgesamt 9.000 Stimmen weniger als 2007. Die FDP (-10.000) verliert an alle Parteien, am meisten an die SPD (-2.000).

· Bei den einzelnen Bevölkerungsgruppen gewinnt die SPD unter den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern, Arbeitslosen und älteren Wählern deutlich. Ihre höchsten Stimmanteile erreicht die SPD bei Wählern ab 60 Jahren sowie Arbeitern und Gewerkschaftsmitgliedern, wo sie jeweils deutlich über der 40-Prozent -Marke landet. Überdurchschnittliche Gewinne erreicht sie auch bei den formal höher Gebildeten.

· Die Grünen legen in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen zu. Ihren größten Wählerrückhalt erzielen sie bei den Selbständigen, wo sie stärkste Kraft werden.

· Die Linke verliert bei den organisierten Arbeitern die Hälfte ihres Wähleranteils und bei den Arbeitslosen nahezu ebenso stark.

· Wahlmotive: Die SPD profitierte erneut von ihrem Spitzenkandidaten Jens Böhrnsen. Er mobilisierte mit seiner Person in ähnlichem Maße wie schon 2007 und im Vergleich am stärksten von allen Spitzenkandidaten: 31 Prozent der SPD-Stimmen stammten von Wählern, denen der Kandidat beim Urnengang am wichtigsten war. Am bedeutsamsten für die Wahlentscheidung für die SPD war aber das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Partei (40 Prozent; +8 Prozentpunkte). Die langjährige Parteibindung als Hauptmotiv der SPD-Wahl hat demgegenüber an Bedeutung verloren (28 Prozent). Bei Grünen (64 Prozent) und Linkspartei (69 Prozent) votierten die Wähler in erster Linie wegen der Themenangebote für die Partei, weniger wegen emotionaler Bindungen (Grüne: 22%; Linke: 16%).

· Wahlentscheidende Themen: Im Gegensatz zu den letzten Wahlen in anderen westdeutschen Bundesländern war in Bremen das zentrale Thema soziale Gerechtigkeit (31 Prozent), gefolgt von Wirtschaft (29) sowie gleichauf Umwelt,
Klimapolitik und Bildungspolitik
(jeweils 23 Prozent). Die SPD überzeugte v.a. beim Thema Gerechtigkeit (37 Prozent), Wirtschaft (29 Prozent), Arbeitsmarkt (23 Prozent) und Bildung (21 Prozent). Neue SPD-Wähler wurden in erster Linie mit dem Thema soziale Gerechtigkeit überzeugt. Für die Grünen-Wähler war hingegen klar Umwelt- (53 Prozent) und Atom-/Energiepolitik (39 Prozent) am wichtigsten, weit vor Sozialer Gerechtigkeit (32) und Bildungspolitik (24).

· Themen-Kompetenz: Die SPD liegt in allen Kompetenzfeldern vor der CDU und – mit Ausnahme bei Energie-, Umwelt und Atompolitik – auch jeweils mit großem Abstand vor den Grünen. Am stärksten wurde der SPD Kompetenz in den Feldern soziale Gerechtigkeit (50 Prozent; +1), „Arbeitsplätze sichern und schaffen“ (47 Prozent; +14; CDU: 24 Prozent, -11) und „Wirtschaft voranbringen“
(
45 Prozent; +14; CDU: 30 Prozent, -13) zugemessen. Deutlich vor allen Parteien liegt die SPD auch in den Politikbereichen Familien/Kinderbetreuung (44 Prozent;+1) und Schule (37 Prozent). Auch bei der Frage, wer kann die wichtigsten Probleme Bremens lösen liegt die SPD mit 43 Prozent (+10) deutlich vor der CDU (18 Prozent; -8) und den Grünen (9 Prozent).

· Beim Zeitpunkt der Wahlentscheidung nahm sowohl die Zahl der Wähler ab, die sich erst am Wahltag entscheiden, als auch derjenigen, die immer gleich wählen. Dagegen wuchs die Wählerzahl, die sich in den letzten Wochen und Tagen entschied an auf insgesamt 41 Prozent. 33 Prozent gaben an, bereits vor längerer Zeit ihre Wahlentscheidung getroffen zu haben.

· Das Wahlverhalten der 16- und 17-Jährigen unterscheidet sich deutlich von dem der Wähler insgesamt. Stärkste Partei bei den ganz jungen Wählern sind die Grünen. Der Wählerrückhalt der beiden Volksparteien fällt mit 28 Prozent für die SPD und 12 Prozent für die Union wesentlich niedriger aus als im Landesschnitt. Die Linke kommt bei den 16- und 17Jährigen auf 8 Prozent. Während sie sich mit ihrem Landesergebnis auf dem Niveau einer Splitterpartei bewegt, liegt die Piratenpartei (7 Prozent) bei den jüngsten Wählern etwa gleichauf mit der Linken. Die FDP erreicht im Wählersegment der 16- und 17-Jährigen wie im Landesschnitt lediglich 3 Prozent.

 
 

WebsoziCMS 3.6.1.9 - 417811 -

Kommunalwahl 2016

Unser Programm für Rastede

Mein Kanidatenflyer zum Download

 

Suchen

 

Counter

Besucher:417812
Heute:13
Online:1
 

Bahnhof Rastede

 

Unsere
Landtagsabgeordnete

 

Unser
Bundestagsabgeordneter

 

Wetter-Online

Wer ist Online

Jetzt sind 1 User online